Verwirren ist menschlich

25.05.2026
Kabarett (3)
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Die Schule ist in der Regel kein Ort, wo es Verwirrung zu stiften gilt. Manchmal kann es aber auch gut, vergnüglich und erhellend sein, gegen diese Regel zu verstoßen. So etwa dann, wenn Philipp Scharrenberg an der Loburg zu Gast ist, um sein aktuelles Programm mit dem Titel „Verwirren ist menschlich“ zu präsentieren. Als der Kabarettist, der sich selbst als „manisch kreativ“ bezeichnet, am vergangenen Mittwochnachmittag die Bühne der Aula betrat, machte er seinem Publikum ebenso unvermittelt wie unmissverständlich klar, dass es ihm eben gerade darum geht, lustvoll und gezielt für Verwirrung zu sorgen. Kaum ein Thema, das unsere Gesellschaft gegenwärtig in Atem hält und gelegentlich zu spalten droht, kam dabei nicht zur Sprache: von Trump und Elon Musk, der Debatte ums deutsche „Stadtbild“, den Wirrnissen der virtuellen Welt bis zur sogenannten Cancel culture – all dies und noch vieles mehr kommentierte Scharrenberg, mal reimend, mal singend, innerhalb der knapp siebzig Minuten, auf die er sein Programm stutzte, mit virtuosem Wortwitz und beachtlich variablem Stimm- und Körpereinsatz. Als Höhepunkt kann ein episches Naturgedicht bezeichnet werden, in dem Scharrenberg den vielerorts auf der Welt, auch in Deutschland, schwelenden Kulturkampf als satirische Allegorie inszeniert, indem er allerlei Insekten mit sprechenden Namen, von „linken Zecken“ bis zum „Hitlerkäfer“ (ja, es gibt ihn wirklich), gegeneinander agieren und verschwörerische Netze spinnen lässt. Auch wenn das Programm deutlich kürzer als ursprünglich geplant und der Applaus eher verhalten ausfielen, bleibt festzuhalten: „Verwirrung“, im Wortlaut des Kabarettisten: „zärtliche mindfucks“, muss manchmal einfach sein, vor allem dann, wenn Philipp Scharrenberg sie stiftet.

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