Spannende Ergebnisse bei internationalem Projekt zu KI als Fremdsprache-Tool

27.04.2026
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Eine außergewöhnliche Zusammenkunft: Im März trafen sich Lehrkräfte aus NRW und aus Großbritannien, um Arbeitsergebnisse zum Thema „Künstliche Intelligenz im Fremdsprachenunterricht“ zu präsentieren. Erste Ergebnisse dazu wurden bereits im November 2025 erarbeitet: Nach einer intensiven Vorbereitungsphase zum Thema „KI“ reiste eine Gruppe von Lehrkörpern aus NRW nach London, um im Goethe-Institut an einer Tagung zur Künstlichen Intelligenz teilzunehmen. Anschließend wurden verschiedene Projekte in Schulen im Vereinigten Königreich durchgeführt.

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KI als Fremdsprache-Tool in England: positive Rückmeldungen

Fremdsprachenlehrerin Araceli Gil Martínez vom Gymnasium Johanneum in Ostbevern (Die Loburg), leitete einen Teil des Projektes gemeinsam mit ihrer britischen Kollegin Elodie Plennevaux aus Portsmouth. Gegenstand des Unterrichts im November in Portsmouth war der Einsatz eines KI-Tools. In England standen die Mündlichen Prüfungen in der dortigen Fremdsprache Deutsch an. Zur Vorbereitung auf die Prüfungen kommunizierten die Schülerinnen und Schüler in deutscher Sprache mit der KI und erhielten unmittelbare Rückmeldung, ob Aussprache und Grammatik korrekt waren.

Beobachtungen während der Unterrichtsstunde und entsprechende Umfragen ergaben, dass die Schülerinnen und Schüler sich dank der KI sicherer in der deutschen Sprache fühlten. „Nach der positiven Rückmeldung der Lernenden aus Portsmouth waren wir gespannt, wie die Fünftklässler aus Ostbevern mit der KI umgehen würden“, berichtet Englischlehrerin Araceli Gil Martínez.

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KI-Begeisterung bei Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern an der Loburg

Das Team, das sich in London gebildet hatte, führte nun das Projekt in der Klasse 5a des Gymnasiums Johanneum durch. Herausgefunden werden sollte, ob es sinnvoll ist, KI-Tools bereits in der Jahrgangsstufe 5 zu implementieren. Zunächst konzipierte das deutsch-britische Lehrerinnen-Duo den entsprechenden KI-Assistenten. Nach kurzen Instruktionen machten sich die Fünftklässler daran, den Satzbau in der englischen Sprache selbständig mit der KI zu erarbeiten und zu üben. „Es war schön den Enthusiasmus zu beobachten, mit dem die Schülerinnen und Schüler erstmalig mit KI arbeiteten“, berichtet Lehrerin Araceli Gil Martínez.

An einem Freitag schließlich wurden die Arbeitsergebnisse von der Loburg und anderen beteiligten Schulen in der Bezirksregierung in Münster präsentiert und eingehend ausgewertet. Eine markante Erkenntnis wurde dabei gewonnen: ca. 76% der befragten Loburger Fünftklässlerinnen und Fünftklässler bewerteten den Umgang mit der KI positiv. „Die KI hat es gut erklärt“, äußerte sich eine Schülerin/ein Schüler in einer anonymen Umfrage. Als Fazit ergibt sich, dass es sinnvoll ist, die Arbeit mit der KI früh einzuführen, um den Lernprozess zu individualisieren.

Lehrerin Araceli Gil Martínez freut sich über die Teilnahme an dem Projekt „KI in der Sprachbildung: Kurzeitaustausch für Lehrkräfte UK – NRW“, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Münster und dem Goethe-Institut in London durchgeführt wird. So konnten nicht nur Erkenntnisse über den Einsatz von KI-Tools im Fremdsprachenunterricht gewonnen werden, sondern auch eine Kooperation zwischen den Schulen in Portsmouth und Ostbevern, die in Zukunft weiter ausgebaut werden soll.

Araceli Gil Martínez